Bernhard Clasen

• BERNHARD CLASEN •

Sieben Kriege seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion



Ist uns die Aggressivität der sowjetischen Außenpolitik noch mit deren Einmarsch nach Afghanistan 1979 in Erinnerung, mußten wir in der ehemaligen Sowjetunion seit Ende der 80-er Jahre sieben Kriege mit ansehen.

Tadschikistan, Moldawien – Transdnistrien, Georgien – Abchasien, Georgien – Ossetien, Tschetschenien I und Tschetschenien II, der Karabach-Krieg in Armenien und Aserbaidschan, sind die Stationen einer friedlosen GUS.

In den letzten 15 Jahren besuchte ich mehrfach Moldawien, Russland, Inguschetien, Armenien, Aserbaidschan, die Region Karabach, Georgien und Abchasien und konnte mir so ein gutes Bild von der Situation vor Ort machen.

Da ich an all diesen Orten mit Spezialisten und Mendschenrechtlern zusammenarbeite, die vor Ort aktiv sind, erlauben mir meine Reisen einen sehr guten Einblick in die Lage vor Ort.

Moldawien: in einem Seminar zur Stärkung der Umwelt-Bewegung traf ich mich 1992 mit mehreren Umweltgruppen Moldawiens in der Hauptstadt Chisinau. Gefördert worden war das Seminar von der GTZ.

Tschetschenien: Zu Beginn des ersten Tschetschenien-Kriegeds 1994 organisierte ich eine Reise von Kaukasus-Fachleuten der russischen Menschenrechtsorganisation „Memorial“ in verschiedene deutsche Städte.

Anschließend reiste ich mit der Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter in die Nachbarrepublik Tschetscheniens, Inguschetien. Dort sprachen wir u.a. mit dem inguschischen Präsidenten Auschew.

Seit Beginn des zweiten Tschetschenien-Krieges 1999 arbeite ich mit dem Netzwerk „Migration und Recht“ zusammen. Dieses Netzwerk der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ setzt sich für die vielen Menschen ein, die vor dem Krieg in Tschetschenien geflohen sind, und anschließend unter menschenunwürdigen Umständen in anderen Gegenden Russlands leben mussten.

Armenien und Aserbaidschan: Dieser wohl blutigste Krieg im postsowjetischen Raum kostete tausenden das Leben. Auch wenn es 1994 einen Waffenstillstand gegeben hat, sterben immer wieder Soldaten an der Waffenstillstandeslinie, werden immer wieder Kriegsgefangene gemacht. Zusammen mit Svetlana Gannuschkina (Moskau) und Paata Zakareishvili (Tbilisi) gründete ich 1998 die „Arbeitsgruppe zur Freilassung von Gefangenen und Geiseln und Suche von Vermißten des Karabach-Konfliktes“. Seit 1998 wird die Gruppe vom Auswärtigen Amt, der Heinricdh-Böll-Stiftung und der Caritas Frankreich finanziert.

Die Gruppe setzt sich für die Suche von Vermissten des Krieges ein, ist Vermittler zwischen den Konfliktparteien und hilft ehemaligen Kriegsgefangenen und Angehörigen von Vermissten. Mehrere Gefangene konnten u.a. wegen der Arbeit unserer Gruppe freigelassen wreden. 2005 konnte die Gruppe ein Treffen von hochrangigen Vertretern Armeniens und Aserbaidschans im georgischen Tbilisi vermitteln. 2006 sprachen Swetlana Gannuschkina und ich im Europarat vor dem Ausschuss für Migration und Flüchtlinge über die Situation im Karabach-Konflikt.

Georgien-Abchasien: Im März 2001 besuchte ich als Mitglied einer grünen Delegation unter Leitung des Abgeordneten Helmut Lippelt Abchasien und Georgien. Bei dieser Reise sprachen wir mit zahlreichen Abgeordneten in Georgien und Abchasien, UN-Vertretern, NGOs.




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