Bernhard Clasen

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Ökologie

Ökologie: für das Überleben der Menschheit

Meiner Auffassung nach setzt die herrschende Politik bei der Definition der Bedrohungen die Prioritaeten falsch. Wir werden weder von einem anderen Staat bedroht, noch ist der nicht-staatliche Terror so gefaehrlich, wie die herrschende Politik immer wieder behauptet.
Wenn wir die ökologischen Bedrohungen als oberste Priorität behandeln, werden die Folgen für die nächste Generation unabsehbar sein.

Die globale Erwärmug

Die Temperatur der Erde hat sich seit Beginn der Industrialisierung um fast 1°C erhöht. Die Folgen dieser Entwicklung zeigt die neue Dokumentation "Eine unbequeme Wahrheit" mit Al Gore, ehemaliger Vize-Präsident der Vereinigten Staaten. Dazu gehören die Zunahme von Wetterextremen und starken Hurrikans, die fortschreitende Eisschmelze in den Polargebieten und ein Anstieg des Meeresspiegels. Im Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft" untersuchen Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen wichtige Fragen zum globalen Klimawandel unter besonderer Berücksichtigung der Weltmeere.

Der Mensch hat durch den Ausstoß klimarelevanter Spurengase wie Kohlendioxid und Methan maßgeblich zur globalen Erwärmung beigetragen. Nach Berechnungen des Kieler Klimamodells ist eine weitere Erderwärmung um bis zu 5°C bis 2100 möglich, falls der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid sich in den kommenden Jahrzehnten wie bisher fortsetzt. Eine der womöglich folgenreichsten Konsequenzen ist der Anstieg des Meeresspiegels, der bis 2100 etwa einen Meter erreichen könnte.
(Quelle: Kieler Forschernetzwerk untersucht die Folgen der Erderwärmung
Mona Botros,  Pressestelle,08.10.2006, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel)

Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Von der Katastrophe besonders betroffen sind die Ukraine mit 15 Prozent und Belarus mit 70 Prozent der radioaktiven Niederschläge. Prof. Dr. Edmund Lengfelder, Otto Hug Strahleninstitut und Universität München, hält es für eine realistische Schätzung, dass bis heute insgesamt etwa 70 000 Menschen in der Folge von Tschernobyl gestorben sind. Dominierend sind Schilddrüsenerkrankungen und Schilddrüsenkrebs. Auch Brust-, Lungen-, Magen-, Haut- und Prostatakrebs haben seit Tschernobyl drastisch zugenommen. Auch in westlichen Ländern wie in Deutschland hatte Tschernobyl drastische Folgen. Allein in Deutschland starben vermutlich mehrere hundert Kinder vor, während oder nach der Geburt.



ATOMENERGIE IST NICHT SICHER!

Bereits durch den Normalbetrieb von Atomanlagen (d.h. wenn für die Betreiber alles nach Plan läuft) werden Mensch und Umwelt geschädigt: durch radioaktive Emissionen. Mehrfach wurde nachgewiesen, dass in der Umgebung von Atomkraftwerken und Wiederauf­arbeitungsanlagen die Leukämierate bei Kindern erhöht ist - was von den Hofgutachtern der Atomindustrie immer noch bestritten wird. Störfälle ereignen sich permanent.

Die Gefahren nehmen zu - Risiko für einen Super-GAU in Europa bei 16 Prozent



Nach der offiziellen "Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke - Phase B" von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit kommt es in einem deutschen Atomkraftwerk bei einer Betriebszeit von rund 40 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 Prozent zum Super-GAU. In der Europäischen Union sind mehr als 150 Atomkraftwerke in Betrieb. Die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU in Europa liegt somit bei 16 Prozent. Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, beim Würfeln auf Anhieb eine 6 zu bekommen.

Weltweit sind etwa 440 Atomkraftwerke in Betrieb. Die Wahrscheinlichkeit, dass es weltweit in 40 Jahren zu einem Super-GAU kommt, liegt bei 40 Prozent.

"Das Risiko für einen Super-GAU nimmt ständig zu", sagte IPPNW-Atomenergieexperte Henrik Paulitz. "Ebenso wie ein Auto im Laufe der Jahre so seine Macken bekommt und irgendwann liegen bleibt, häufen sich auch in den alternden Atomkraftwerken die Ausfälle sicherheitsrelevanter Komponenten. Die Rohrleitungen und Armaturen der deutschen Atomkraftwerke sind seit 20-30 Jahren extrem hohen Drücken, Temperaturen und der radioaktiven Strahlung ausgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in den Schweißnähten zu gefährlichen Rissen kommt, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Schon ein kleines Leck in einer Schweißnaht kann zum Super-GAU führen."

Eine weitere Gefährdung ist, dass das Reaktorarsenal altert.

Seit der nichtstaatliche Terrorismus Atomkraftwerke in seine Zielplanung aufgenommen hat, hat sich das Risiko eines GAUs um ein mehrfaches erhöht. Kein AKW der Welt würde den Angriff mit einem Passagierflugzeug überstehen. Und in Deutschland gibt es immer wieder Versuche der Stromwirtschaft, ausgerechnet die unsichersten und am wenigsten geschützte Atomkraftwerke länger zu betreiben, als nach dem Atomkonsens vorgesehen. Zum Beispiel die beiden Reaktorblöcke in Biblis, die vom verkehrsreichsten deutschen Flughafen Frankfurt nur wenige Flugminuten entfernt sind.



ATOMENERGIE IST NICHT FRIEDLICH!

Eine tödliche Technologie ist nicht friedlich. Beim Betrieb von Atomkraftwerken entsteht Plutonium, welches zur Herstellung von Atombomben verwendet wird. In den sog. Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague (Frankreich) und Sellafield (England) wird das Plutonium aus den abgebrannten Brennelementen gewonnen. Inzwischen lagern dort mehrere hundert Tonnen Plutonium, ein großer Teil davon aus deutschen Atomkraftwerken.

Auch in Deutschland wird mit atomwaffenfähigem Material gearbeitet. Im „Forschungsreaktor" Garching bei München soll hochangereichertes Uran eingesetzt werden, welches auch zum Bau von Atombomben taugt. Im Jugoslawien-Krieg und vermutlich auch an anderer Stelle wurden Sprengköpfe aus abgereichertem Uran eingesetzt, ein Abfallprodukt aus der Urananreicherung. Eine Urananreicherungs­anlage (UAA) gibt es auch hier in der BRD: in Gronau (NRW).

Vor diesem Hintergrund fordere ich:

- Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen

- Zügiger Ausbau der regenerativen Energien aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme



MEIN EIGENES ENGAGEMENT FÜR EINE GRÜNE ZUKUNFT

Zusammen mit Dagmar und Rainer Ossig und Reinhold Chmielewski gründete ich 1990 den Verein „Die Kinder von Tschernobyl, Mönchengladbach e.V.“. In den gut 15 Jahren unserer Geschichte haben wir mehreren hundert belarussischen Kindern die Möglichkeit gegeben, in Mönchengladbach Urlaub zu machen, vielen Kindern haben wir eine medizinische Behandlung ermöglicht, Angehörigen von kranken und verstorbenen Kindern geholfen.

Als freier Journalist habe ich in zahlreichen Veröffentlichungen u.a. in taz, Friedensforum, Publik-Forum, auf die Gefahren der Atomenergie hingewiesen.

Die internationale Atomwirtschaft arbeitet in einer Weise zusammen, die ich beängstigend finde. Deutscher Atommüll wird von dem nordrheinwestfälischen Gronau direkt in die am Ural gelegene Stadt Nowouralsk exportiert. Das pikante an diesem Deal: Nowouralsk ist eine geschlossene Stadt. Die deutsche Atomwirtschaft kann sich so sicher sein, daß in der Zusammenarbeit mit dieser poststalinistischen Struktur nichts an die Öffentlichkeit dringen wird, sollte es einmal vor Ort zu einem Unfall kommen. Es ist mir besonders wichtig, auf diesen Skandal aufmerksam zu machen.

Auf meine Initiative hat sich die WASG von NRW dazu entschlossen, eine Städtepartnerschaft zwischen Gronau und Nowouralsk zu fordern.

In enger Zusammenarbeit mit russischen Umweltschützern, wie Grigorij Pasko, Natalja Mironowa u.a. habe ich auf die Gefahren der Kooperation von westlicher und östlicher Atomwirtschaft hingewiesen.

1994 habe ich für die Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew (Ukiraine) eine Konferenz organisiert, die die internationale Zusammenarbeit von Anti-AKW-Gruppen  stärken sollte.

1995 lud ich die russische Umweltschützerin Alla Jaroschinskaja nach Deutschland ein. Alla Jaroschinskaja hatte 1992 für ihre mutigen Recherchen zur Tschernobyl-Katastrophe den alternativen Nobelpreis erhalten. Die Atomkraftgegnerin hatte heimlich die geheimen Protokolle des Politbüros zu den Tschernobyl-Ereignissen kopiert und anschließend veröffentlicht.

Als Siemens 2003 den Export einer Brennelemente-Fabrik von Hanau nach China plante, lud ich in Zusammenarbeit mit der Marion Dönhoff Stiftung die russische Atomkratgegnerin Natalja Mironowa nach Deutschland ein, wo sie sich aktiv in die Kampagne gegen diesen ‚Verkauf einmischte. Dass dieser Deal dann geplatzt ist, hat sicherlich auch am Einsatz von Natalja Mironwa gelegen.

Seit 2004 lud ich mehrmals, und in Zusammenarbeit mit der Marion Dönhoff Stiftung, den russischen Umweltjournalisten Grigorij Pasko nach Deutschland ein.Hier traf er sich mit Umwelt- und Menschenrechtsgruppen, sprach im Fernsehen und in der Öffentlichkeit über die Gefahren der deutschen Atommüllexporte.
Siehe auch: Meine Partner Grigorij Pasko, Natalja Mironowa.


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