31.3.2011 - Schewardnadse warnt vor armenischem Atomkraftwerk
Georgiens früherer Präsident Eduard Schewardnadse ist beunruhigt über das armenische Atomkraftwerk Mezamor. Die georgische Regierung, so Schewardnadse, solle unverzüglich mit der armenischen Regierung in Verhandlungen treten, um die Bedrohung, die von diesem Kraftwerk ausgehe, zu beenden und „eine zu erwartende Tragödie zu verhindern“.
Dies berichtet die Internetagentur regnum.ru. „Dieses Atomkraftwerk befindet sich in einem schwierigen Zustand, es gibt keine Sicherheitsgarantieren. Das Kraftwerk bedroht die gesamte Region.“ so Schewardnadse.
Weitaus weniger Unruhe zeigt die armenische Regierung. In der vergangenen Woche noch hatte Armeniens Ministerpräsident Tigran Sarkisjan im Parlament erklärt, die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima zeigten, dass man ein besonderes Augenmerk auf das reibungslose Funktionieren der Infrastruktur des armenischen Atomkraftwerkes Mezamor, das 30 km westlich von Armeniens Hauptstadt Jerewan entfernt liegt, richten müsse. Die Risiken in Armenien seien minimal, man halte an den Plänen des Neubaues eines weiteren Reaktorblockes fest.
Mezamor befindet sich in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Das 1976 gebaute Atomkraftwerk Mezamor war nach dem verheerenden Erdbeben von 1988 in Spitak vom Netz genommen worden. Vor dem Hintergrund zunehmender wirtschaftlicher Schwierigkeiten und der Wirtschaftsblockade des Landes durch Aserbaidschan und die Türkei hatte Armenien Mezamor 1993 jedoch wieder angefahren.
Allein in der letzten Woche hatte die Erde zwei mal in der Region gebebt. Am 25. März bebte die Erde in Hadrut im Gebiet Nagornij Karabach, 350 km von der armenischen Hauptstadt Jerewan entfernt. Das Beben hatte eine Stärke von 4,5 auf der Richter-Skala. Am Mittwoch hatten die Behörden im Kaspischen Meer, unweit der aserbaidschanischen Stadt Sijazan, ein Beben mit einer Stärke von 3,2 auf der Richter-Skala gemessen.
• BERNHARD CLASEN • Für Frieden, Menschenrechte, Soziale Gerechtigkeit und Ökologie