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16.4.2008 Proteste vor russischer Atomaufsichtsbehörde „Rostechnadzor“

Zehn Aktivisten der russischen Umweltgruppe „Ecodefense“ demonstrierten am gestrigen Dienstag vor dem Gebäude der russischen Atomaufsichtsbehörde „Rostechnadzor“ gegen den weiteren Betrieb von Tschernobyl-Reaktoren in Russland. Dabei wurden drei Aktivisten von der Miliz verhaftet. Die Verhafteten kommen aus Moskau, Nishnij Nowgorod und Murmansk.

Mit ihrer Aktion wollten die Atomkraftgegner insbesondere vor alten Atomreaktoren warnen. „Alte AKWs sind neue Tschernobyls“ lautete ein zehn Meter langes Transparent.

Die Aktion war zunächst von den zuständigen Behörden verboten, dann aber doch noch unter der Bedingung genehmigt worden, dass sich maximal drei Personen an der Protestveranstaltung beteiligten. Gekommen waren dann zehn – und drei von ihnen wurden innerhalb der ersten zehn Minuten von der Miliz verhaftet.

„Wir fordern die sofortige Schließung der alten Atomkraftwerke. Diese haben ihre auf 30 Jahre angelegte Laufzeit hinter sich.“ wird der Co-Vorsitzende der Organisation und gleichzeitig Initiator der Protestaktion, Wladimir Slivjak, in einer Presseerklärung von Ecodefense zitiert. „Bei einem weiteren Betrieb dieser Kraftwerke“, so Slivjak, „droht uns ein neues Tschernobyl“.
„Heute haben wir auf der Kola-Halbinsel gefährliche Atomreaktoren der ersten Generation, die in ihrer Gefährlichkeit den RBMK-Reaktoren des Tschernobyl-Typs in nichts nachstehen. Und obwohl sie vor fünf Jahren bereits ihre angelegte Laufzeit überschritten haben“, so der aus Murmansk stammende Vitalij Servetnik von der Gruppe „Natur und Jugend“, der sich ebenfalls an der Protestaktion beteiligt, „wird derzeit von „Rostechnadzor“ eine Genehmigung für eine Laufzeitverlängerung erarbeitet.“

Gleichzeitig verfügen die Umweltschützer über Informationen, wonach einige alte Atomreaktoren auf der Kola-Halbinsel, bei St. Petersburg, Nowoworonesch und Bilibinsk bereits ihre Laufzeitverlängerungsgenehmigung erhalten hätten. Nach Angaben der russischen Umweltschützer seien diese lange Zeit vor Tschernobyl gebaut worden, eine Modernisierung sei technisch nicht möglich. Und obwohl die Europäische Union und die USA Reaktoren der ersten Generation außer Betrieb genommen hätte oder dies demnächst tun würde, hätte man in der russischen Atomwirtschaft auch 22 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nichts aus der Tragödie vom 26. April 1986 gelernt.

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