Bernhard Clasen

• BERNHARD CLASEN •
Aktuelles

25.1.2008: St. Petersburg: erneut Atommüll aus Deutschland und den Niederlanden in Russland eingetroffen.

Russische Umweltgruppen protestieren.

Die strahlende Zusammenarbeit von deutscher Atomindustrie und undemokratischen Strukturen aus der Stalin-Zeit klappt wunderbar.

Am 24. Januar 2008 traf eine neue Ladung von zwei Tonnen strahlenden Materiales aus der Urananreicherungsanlage Gronau (NRW) in St. Petersburg ein. Das strahlende Material soll anschließend in die russischen Städte Novouralsk (Gebiet Swerdlowsk), Sewersk (Gebiet Tomsk), Angarsk (Gebiet Irkutsk) und Zelenogorsk (Gebiet Krasnojarsk) weitertransportiert werden. Alle diese Bestimmungsorte sind mit einer Ausnahme „Geschlossene Städte“. Diese Städte sind bewacht, besucht werden dürfen sie nur mit einer Genehmigung. Gebaut wurden diese Atomstädte in der Stalin-Zeit. Der Transport von strahlendem Material aus Deutschland in geschlossene Städte Russlands zeigt: die Zusammenarbeit zwischen der deutschen Atomindustrie und den undemokratischen Strukturen in Russland klappt hervorragend.

Am 24. Januar protestierten russische Umweltschützer am Hafen von St. Petersburg gegen die deutschen Importe.

Inzwischen scheint es auch in der russischen Regierung Vorbehalte gegen einen weiteren Import von strahlendem Material aus Deutschland zu geben. Sergej Kirienko, Leiter der Föderalen Agentur für Atomenergie, Rosatom, hatte 2007 zugesagt, den derzeitigen Vertrag mit der „Urenco“ 2009 nicht mehr verlängern zu lassen. Im Rahmen des derzeitigen Vertrages kann die Urenco GmbH aus Gronau bis 2009 noch 20.000 Tonnen abgereicherten Urans nach Russland schicken.

Der Vertreter der St. Petersburger Umweltgruppe Raschid Alimow berichtet in einer Presseerklärung der Umweltgruppe „Ecodefense“:
Derartige Transporte stellen eine große Gefahr dar. Sollte ein Container beschädigt werden, sind sehr viele Menschen, auch in russischen Grossstädten, gefährdet, eine toxische oder radioaktive Vergiftung zu erleiden. Die Container können beschädigt werden und in der Folge toxische oder radioaktive Dosen erleiden. Und St. Petersburg geht hier ein besonders großes Risiko ein.“.

Zum Hintergrund:

Besitzer des Betreibers der Gronauer Urananreicherungsanlage, der „Urenco GmbH“ sind die Energiekonzerne E.ON und RWE. Nach Angaben der russischen Umweltgruppe „Ecodefense“ sind inzwischen 80 Tausend Tonnen strahlenden Materials aus den Niederlanden und Deutschland nach Russland verschifft worden.
Diese Transporte, so „Ecodefense“, verletzen auch russisches Recht. Artikel 48 des russischen Umweltgesetzes verbietet die Einfuhr von Atommüll und anderen radioaktivem Material.

Photos im Internet unter:

http://foto.rambler.ru/users/ecodefense/15/


Weitere Informationen (in englischer Sprache)
Vladimir Slivjak (Moskau), Tel.: 007 / 495 /7766281, Mobil: 007 (903)2997584
e-mail: ecodefense@gmail.com

und Raschid Alimow, St. Petersburg, T.: 007 / 812 / 9956118 e-mail: rashid@bellona.ru,


Siehe auch:
www.ecodefense.ru
www.bellona.ru
www.urantransport.de
www.aku-gronau.de


Zurück


• BERNHARD CLASEN •
Für Frieden, Menschenrechte, Soziale Gerechtigkeit und Ökologie

Bernhard Clasen © 2001 - 2007
Design: Zaira Aminova