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29.11.2007. Tjumen: Usbekischer Flüchtling aus russischer Haft nach Usbekistan entführt?
obwohl die russische Generalstaatsanwaltschaft eine Auslieferung abgelehnt hatte
Wieder einmal befürchten Familienangehörige eines im russischen Tjumen lebenden usbekischen Flüchtlings und Menschenrechtler die Entführung und illegale Auslieferung eines usbekischen Flüchtlings in sein Heimatland.
Am 23. November war der aus Usbekistan stammende Abudugani Kamaliew das letzte Mal gesehen worden, als er mit seinem Wagen von der Siedlung Andreewskij in das nahegelegene Tjumen fuhr. Er kam nicht mehr nach Hause. Seine Bekannten in Tjumen warteten vergeblich auf Abudugani Kamaliew.
Vor einem Jahr hatte die russische Staatsanwaltschaft ein entsprechendes Auslieferungsgesuch der usbekischen Behörden abgelehnt.
Am 27. November hatte die Frau von Kamaliew Elena Rjabinina vom „Komitee Bürgerbeteiligung“ über das Verschwinden ihres Mannes informiert und gleichzeitig gesagt, dass sich dieser bereits in Abschiebehaft befände. Schon mehrere Tage davor habe ihr Mann Anrufe von Geheimdienst-Beamten erhalten, die ihn zu einer freiwilligen Ausreise nach Usbekistan aufforderten. Telefonische Anrufe der Menschenrechtler im Abschiebegefängnis brachten kein Ergebnis. Alle Fragen nach dem Verschwundenen wurden ausweichend beantwortet.
Angesichts des plötzlichen Verschwindens von Kamaliew befürchten Menschenrechtler, dass es Kamaliew ergehen könnte wie Abdulaziz Bojmatow. Dieser war im April 2007 im Gebiet Swerdlowsk entführt und anschließend in sein Heimatland ausgeliefert worden. Dies, obwohl die russische Generalstaatsanwaltschaft vier Monate zuvor ein usbekisches Auslieferungsgesuchen abgelehnt hatte. Bojmatow war zu dem Leiter der Kriminalpolizei, V.G. Tschempalow, vorgeladen worden. Dort hatte neben Tschempalow schon jemand auf Bojmatow gewartet, der angeblich extra vom Föderalen Migrationsdienst gekommen sei, um Bojmatow bei der wohnbehördlichen Anmeldung zu helfen. Und wenige Tage später war Bojmatow in Taschkent, wo er dann in das Untersuchungsgefängnis Namagan gebracht wurde.
Der russischen Menschenrechtsorganisation „Komitee Bürgerbeteiligung“ liegt ein Brief der Miliz von Namagan (Usbekistan) an die Miliz des Gebietes Tjumen vom 31.10.2005 vor. In diesem Schreiben bittet die usbekische Miliz die Miliz des Gebietes Tjumen drei Personen zu verhaften, die in Usbekistan wegen Angriff auf die Verfassung gesucht würden. Einer dieser drei Personen ist der im April 2007 entführte Bojmatow. Eine weitere Person der vor wenigen Tagen verschwundene Abudugani Kamaliew.
Angesichts dieses Umstandes schlägt Elena Rjabinina, Zentralasienbeauftragte des „Komitees Bürgerbeteiligung“, Alarm. Rjabinina fürchtet, dass Abudugani Kamaliew unmittelbar vor einer ungesetzlichen Abschiebung steht. In Usbekistan selbst habe er, so Rjabinina, mit einem unfairen Prozess und einer mehrjährigen Haftstrafe zu rechnen. Folter sei in usbekischen Gefängnissen an der Tagesordnung.
Abdugani Tursinow war 1997 von Usbekistan nach Russland umgesiedelt, hatte 2000 die Russin Majmuna Kamaliewa geheiratet und auch ihren Namen angenommen. Seit 2000 ist er russischer Staatsbürger.
Nachtrag vom 1. Dezember.
der usbekische Flüchtling Abudugani Kamaliew befindet sich in Tjumen in Abschiebehaft.
Das hat heute Elena Rjabinina, Zentralasien Beauftragte des "Komitees Bürgerbeteiligung", offiziell mitgeteilt.
Am 23. November hatte ein Bezirksgericht von Tjumen dessen Abschiebung aus administrativen Gründen
entschieden. Kamliew soll Aufenthaltsbestimmungen des russischen Ausländerrechts verletzt haben.
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