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Russlands größte Internetressource zum Thema Menschenrechte, das Internetportal HRO.org, wurde Opfer eines Online – Überfalles, im Fachjargon „Denial of Services“ genannt, und ist nun schon mehrere Tage offline.
Unter „Denial of Services“ Angriffen versteht man eine massiv gehäufte Anfrage an eine Internetseite. Am 21. Oktober 2007 begannen die Online-Angriffe, seit 22. Oktober 2007 liegt nun der Server von HRO.org still, die massiven Anfragen (200 Anfragen in der Sekunde) ließen ihn zusammenbrechen.
Der Betreiber hat keine Beweise dafür, wer hinter diesen Angriffen steht. „Man kann nur Mutmaßungen anstellen, wer der Auftraggeber dieser Angriffe ist“ sagte Andrej Blinushow, der Verantwortliche der Internet-Seite.
Wenige Tage vor der Online-Attacke hatte das Internet-Portal ein Exklusiv-Interview mit dem inhaftierten Rechtsanwalt und früherem Geheimdienst-Offizier Michael Trepaschkin veröffentlicht. Damit hatte man wohl einen wunden Punkt bei den Sicherheitsorganen getroffen.
Schließlich war es Trepaschkin gewesen, der 1998 zusammen mit dem bei einem Polonium-Anschlag inzwischen ermordeten ehemaligen FSB Offizier Alexander Litvinenko und anderen FSB-Offizieren in einer Aufsehen erregenden Pressekonferenz berichtet hatte, dass die FSB-Führung Morde und Entführungen in Auftrag gegeben hätte. Trepaschkin hatte selbst auf eigene Faust zu den Terroranschlägen von 1999 in russischen Wohnhäusern und dem Anschlag auf das Theater „Nord-Ost“ ermittelt. Einer unabhängigen Untersuchungskommission unter Leitung von Sergej Kowaljow hatte er seine Mitarbeit angeboten.
2004 war Trepaschkin wegen angeblichem Verrat von Staatsgeheimnissen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, die er gegenwärtig absitzt.
Der Online-Überfall auf das Menschenrechtsportal ist nicht der erste Angriff dieser Art gegen missliebige Kräfte in Russland. In der Vergangenheit waren die Internet-Seiten von „Radio Moskau“, der „National-Bolschewistischen Partei“, der Zeitung „Komersant“ ebenfalls Opfer derartiger Angriffe gewesen.
Mehrere russische Internetdienste berichten über die Ereignisse um den Server (HRO.org):
(Informationen in russischer Sprache)
News.ru: Hacker blockieren Seite von „Menschenrechte in Russland“
Lenta.ru: Hacker legen russische Menschenrechtsseite lahm
Echo Moskaus: Internetseite „Menschenrechte in Russland“ von Hackern blockiert
Gazeta.ru: Hacker legen Internetseite „Menschenrechte in Russland“ lahm.
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