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Usbekischer Menschenrechtler spurlos verschwunden
die Sanktionen
gegen Usbekistan aufgehoben.
Seit dem 15. August 2007 ist der 46-jährige usbekische Menschenrechtler Hurram Berdiew spurlos verschwunden. Das letzte mal hatte ihn seine Frau gesehen, als er an diesem Tag sein Haus verlassen hatte, um sich in der Passbehörde die in Usbekistan erforderliche Reisegenehmigung abzuholen. Diese hatte er benötigt, da Berdiew eine Reise in das benachbarte Turkmenistan geplant hatte. Auf Anfrage teilte man seiner Frau, Rusichon Musaewa, mit, ihr Mann sei auf der Passbehörde verhaftet worden. Der Vorwurf lautete: Hooliganwesen. Doch im Folgenden verlor sich die Spur von Hurram Berdiew. Als Frau Musaewa bei der zuständigen Miliz sich nach dem Schicksal ihres Mannes erkundigte, konnte ihr niemand den Aufenthaltsort von diesem nennen. Nach Angaben der Miliz sei Berdiew zu einer Arreststrafe von 15 Tagen auf der Milizstation von Dscharkurgan verurteilt worden. Doch dort war er nicht aufzufinden. Gleichzeitig weigerten sich die Behörden, eine Vermisstenmeldung von Frau Musajewa entgegenzunehmen. Da es nun zwei Monate kein Lebenszeichen mehr von Hurram Berdiew gibt, entschlossen sich usbekische Menschenrechtler, den Fall des verschwundenen Hurram Berdiew an die Weltöffentlichkeit weiterzuleiten.
Hurram Berdiew hatte längere Zeit als Lehrer in der Provinz Suchandar gearbeitet. Der Vater von vier Kindern war Mitbegründer der Menschenrechtsorganisation „Maslum“, leitete die Gruppe in seiner Region. Seit Februar 1991 ist Berdiew Mitglied der demokratischen Partei ERK. Diese 1990 gegründete Partei war im Oktober 1993 von den usbekischen Behörden verboten worden.
Berdiew hatte immer wieder von den usbekischen Behörden gefordert, die Ereignisse von Andischan im Mai 2005, als mehrere hundert Personen von Truppen der Regierung bei Unruhen getötet worden waren, von einer unabhängigen Kommission untersuchen zu lassen. Damit machte er sich bei den Machthabern nicht beliebt. 2006 hatte er drei mal kurze Arreststrafen wegen des Lesens, Besitzens und Verteilens der Oppositionszeitung ERK absitzen müssen.
In den letzten zwei Jahren hatte der Druck auf Berdiew von Seiten der Behörden immer mehr zugenommen. In Versammlungen der Ortschaft war er öffentlich kritisiert worden.
Kurze Zeit vor dem Verschwinden von Berdiew hatte die usbekische Zeitung „Mechnat Scharafi“ in einem Artikel öffentlich angeprangert, dass der Lehrer Hurram Berdiew an seinen Nachbarn die Zeitschrift der Oppositionszeitung ERK zum Lesen weitergegeben habe.
Bernhard Clasen
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